Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Benützen Sie dieses Forum für Fragen zum Modul Vertretungsplanung.
Antworten
d.roebe
Beiträge: 17
Registriert: 2. Mai 2019, 19:17

Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von d.roebe » 18. Februar 2020, 18:32

Liebe Untisfreunde,

eine Frage, die eher in den Grundlagenbereich gehört.

Wenn eine Lehrkraft längere Zeit erkrankt ist o.ä., wurde mir empfohlen, eine neue Periode zu eröffnen und nicht über den Vertretungsplaner zu gehen. In diesem Sinne plane ich also eine Lehrkraft aus und verteile Ihre Stunden fröhlich auf andere Lehrkräfte, das funktioniert ganz gut. Ist die Lehrkraft wieder da, erstelle ich in einer neuen Periode mühsam wieder den Stundenplan und mache alles rückgängig. Das ist also mein erstes Problem-. geht das auch eleganter?

Nun ist es so, dass ich mit dem Wertrechner hier natürlich meine Probleme bekomme, da die Stunden der Lehrkraft ja zählen und nicht als 'erkrankt' in die Statistik einfließen. Wie komme ich da raus?

Freue mich auf Tipps und bedanke mich im Voraus

Dominik

sportfan_fcb
Beiträge: 414
Registriert: 1. Juni 2010, 19:33

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von sportfan_fcb » 19. Februar 2020, 14:00

Oh schwieriges Thema.
Grundsätzlich lege ich (Schule befindet sich in NRW) keine neue Periode an! Wir lassen den Unterricht der erkrankten Lehrperson durch andere Kolleginnen und Kollegen vertreten und rechnen diese Vertretungen über Mehrarbeit ab, d.h. das Deputat der Kolleginnen und Kollegen bleibt von der Vertretung unberührt und die Mehrarbeitsabrechnung stimmt auf jeden Fall! Legt man eine neue Periode an, hat das zum einen die Konsequenz, dass man die erteilten Stunden i. d. R. manuell unter großem Zeitaufwand als Mehrarbeit erfassen muss und zum anderen natürlich das Deputat der Kolleginnen und Kollegen erhöht wird. Beispiel: Kollege A übernimmt von Kollege K am Donnerstag eine Doppelstunde am Donnerstag. Im Monat Mai hat man schon einmal u.U. zwei Feiertage auf dem Donnerstag liegen!! D.h. bei der Vertretungsregelung fallen an diesen beiden Donnerstagen keine Vertretungen an und somit ist die Mehrarbeitsabrechnung schlüssig und richtig. Plant man diese Stunden aber über eine neue Periode in den Stundenplan ein, muss genau geprüft werden, ob diese Stunden an einem Feiertag liegen oder nicht. Dies ist im Mai besonders schwierig, weil evtl. ein beweglicher Ferientag, Pfingstferien oder der 1. Mai natürlich diesen Unterricht verhindern, damit darf dieser nicht in der Mehrarbeit abgerechnet werden. Bei der Überprüfung durch den Landesrechnungshof hat sich unsere Variante eigentlich sehr genau und zuverlässig erwiesen.
Etwas anders verhält sich die Sache, wenn wir bei längeren Krankheitsausfällen (mehr als 6 Wochen) Vertretungslehrer von außen bekommen und diese u.U. noch an anderen Schulen tätig sind. Hier lege ich natürlich eine neuer Periode an und gestalte den Stundenplan so, dass der Vertretungslehrer bei Vertretungsstellen wahrnehmen kann.
Dies ist meine Herangehensweise und wie o.g. muss man immer davon ausgehen, dass man vom Landesrechnungshof überprüft werden kann.
Beste Grüße
Hermann Tebbe

d.roebe
Beiträge: 17
Registriert: 2. Mai 2019, 19:17

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von d.roebe » 19. Februar 2020, 14:35

Lieber Herrmann Hebbe,

wau, danke für die ausführliche Antwort und Respekt für Ihre professionelle und kompetente Untis-Nutzung.

Wie sähe es denn aus, wenn doch neue Periode, Umplanung auf Kollegen und die Lehrkraft, die erkrankt ist, mit unverändertem Stundenplan, im vollen Umfang auf ignorieren setzen. Letzendlich die Anzahl der nicht gehaltenen Stunden als 'erkrankt' in die Statistik setzt. Die Überstunden der Kollegen müssten doch dann als Mehrarbeit aus der Wertrechnung zu erlesen sein, die hoffentlich nicht die Feiertage mitzählt.

Macht das Sinn?

Beste Grüße aus Bayern.

Dominik Röbe

quiclic
Beiträge: 1140
Registriert: 28. April 2015, 08:09
Kontaktdaten:

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von quiclic » 19. Februar 2020, 14:42

Wenn du den Grundstundenplan nicht ändern musst, dann mach auch keine neue Periode, sondern alles über den Vertretungsplan.

Es sind zwar ein paar Wochen bis zu den Sommerferien, aber du bleibst flexibel.

Wenn du natürlich in größerem Umfang die Stunden hin und her schieben musst, dann brauchst du eine neue Periode. Dann hast du aber, wie hier im Thread schon gesagt, das Problem, dass die Deputate nicht mehr stimmen.

Ignorieren geht natürlich auch. Die Spalte (i) bedeutet, dass der Lehrer die Stunden bezahlt bekommt, also sie sind im Deputat, aber sie erscheinen nicht im Stundenplan und auch nicht daneben als Puzzleteil. Es kommt halt drauf an, wie die Vertreter bezahlt werden. Bei uns kriegen sie meist Cash. Sie schreiben die Stunden auf und sie kriegen etwa 30 €/Stunde brutto.

Gruß Marc
Marc Fehrenbacher, Feintechnikschule, Baden-Württemberg

d.roebe
Beiträge: 17
Registriert: 2. Mai 2019, 19:17

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von d.roebe » 19. Februar 2020, 18:49

Danke Marc für die Antwort und deine Anregungen,

bei uns in Bayern gilt die zumutbare Mehrarbeit, da gibt es im Normalbetrieb erstmal keine Kohle, außer die Vertretungsstunden übersteigen ein gewisses Maß.

Mein Gedanke ist Folgender:

Ich setze den erkrankten Lehrer in der Periode auf ignorieren, so für 4 Wochen, der Zähler zählt ja normal mit, ist ja auch gewollt bei Erkrankung.
Die vertretenden Kollegen sind zahlenmäßig/statistisch bei 'Mitführung' der Klasse kein Problem. Wenn Mehrarbeit müsste das doch über den Ist/Soll vergleich nachvollziehbar sein bzw. über den Jahresmittelwert.
Wenn der erkrankte Kollege wieder da ist, löse ich das Ignorieren auf und nehme, nun in einer neuen Periode, den vertretenden Kollegen die Stunden wieder aus dem Plan.

Die Stunden der erkrankten Lehrkraft müsste man dann händisch als erkrankt in die Statistik nachtragen?

Die Vertretungplanung müsste man jede Woche wieder neu eintragen, da eine Kopiefunktion nicht vorhanden und die Dauervertretung sich wohl nur auf eine Lehrperson bezieht.

Ich bin mir unsicher,


Grüße und Danke fürs Mitgrübeln und Helfen

Dominik Röbe

quiclic
Beiträge: 1140
Registriert: 28. April 2015, 08:09
Kontaktdaten:

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von quiclic » 20. Februar 2020, 08:39

Es klingt ganz gut. Ich bin beim automatischen Mitzählen nicht fit, weil wir das so PI mal Daumen machen. Offiziell ist bei Beamten 4 Stunden pro Monat zumutbar ohne Bezahlung, Angestellte 0 Stunden. Das ist schnell beisammen. Allerdings wurde der Abrechnungszeitraum auf ein Schuljahr verlängert. Wenn man also mal 5 Stunden in einem Monat hat und im anderen gar nix, dann wird das "gemittelt" (Baden-Württemberg).

Bei größeren Fehlzeiten brauchen wir eh die Genehmigung des Regierungspräsidiums für das Geld und der Lehrer muss die Stunden aufschreiben in einen Antrag. Natürlich dann vom Chef als sachlich richtig gezeichnet.

Gruß Marc
Marc Fehrenbacher, Feintechnikschule, Baden-Württemberg

Benutzeravatar
cniehaus
Beiträge: 287
Registriert: 22. Dezember 2015, 15:52

Re: Längere Erkrankung einer Lehrkraft

Beitrag von cniehaus » 20. Februar 2020, 09:05

Hallo

Wir haben hier als Faustregel:

Regelungen bis 4 Wochen: Vertretungsplan
Regelungen ab 4 Wochen: neue Periode
Gruß
Carsten Niehaus
KGS Rastede

Antworten